Oberträgerbeute
Lexikon
Die Oberträgerbeute, international Top Bar Hive genannt, ist ein liegender Kasten mit schrägen Seitenwänden, in dem die Bienen ihre Waben frei an Oberträgern aufbauen.
Die Oberträgerbeute, international Top Bar Hive genannt, ist ein liegender Kasten mit schrägen Seitenwänden, in dem die Bienen ihre Waben frei an Oberträgern aufbauen. Rähmchen und Mittelwände gibt es nicht.
Die Oberträger sind rund 30 bis 35 Millimeter breit, was dem Wabenabstand im ungestörten Naturbau entspricht. Eine gebräuchliche Beute ist etwa 1,20 Meter lang und fasst über dreißig Träger. Weil die trapezförmigen Waben nur oben befestigt sind, brechen sie leichter als Rähmchenwaben, deshalb sind flachere Bauformen und ruhiges Arbeiten wichtig.
Geerntet wird durch Ausschneiden der hinteren, fluglochfernen Waben. Zurückhängen lassen sie sich anschließend nicht, deshalb darf nicht zu viel entnommen werden. Gewonnen wird der Honig durch Pressen oder Austropfen.
Das System ist in Afrika weit verbreitet, weil es mit einfachsten Mitteln zu bauen ist. Das Institut für Bienenkunde in Veitshöchheim hat es getestet und für Selbstversorger als praxistauglich bewertet, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass die Varroabehandlung auch hier notwendig bleibt. Wer nur Naturwabenbau möchte, braucht dafür übrigens keine Sonderbeute, das geht in jeder Magazinbeute mit Leerrähmchen ebenso.