Milchsäure 15 %
Behandlungsmittel
Milchsäure 15 % ad us. vet. wird als Sprühlösung angewendet.
Milchsäure 15 % ad us. vet. wird als Sprühlösung angewendet. Mit einem Handzerstäuber oder Druckpumpenzerstäuber wird ein feiner Nebel Wabenseite für Wabenseite auf die Bienen gebracht, auch die Bienen an den Beuteninnenwänden werden erfasst. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt, er hängt wie bei der Oxalsäure zumindest teilweise mit dem sauren Milieu zusammen.
Milchsäure wirkt ausschließlich auf Milben außerhalb der verdeckelten Brutzellen. Sie gilt als besonders bienenverträglich, ihr Wirkungsgrad ist aber schwankender und tendenziell etwas geringer als der von Oxalsäure. Erfahrungsgemäß wirkt sie im Winter besser als im Sommer. Damit die Behandlung überhaupt greift, muss sie zweimal im Abstand von einigen Tagen durchgeführt werden.
Eingesetzt wird sie vor allem zur Winterbehandlung brutfreier Völker im November und Dezember sowie ausnahmsweise im Sommer, etwa nach dem Einschlagen eines Kunstschwarms oder bei der Ablegerbildung. Als Dosierung nennen die Institute maximal etwa 8 Milliliter je bienenbesetzter Wabenseite im Deutsch-Normal- oder Zandermaß. Behandelt wird bei frostfreier Witterung um 5 bis 6 Grad, nicht wesentlich wärmer, weil die Bienen sonst auffliegen und nicht mehr benetzt werden. Bei Außentemperaturen unter 4 Grad ist mit deutlich höherem Totenfall zu rechnen. Ist offene Brut vorhanden, wird in einem Winkel von 45 Grad gesprüht, damit die Brut nicht geschädigt wird.
Der klassische Fehler ist zu nasses Sprühen. Die Bienen sollen von einem vorbeistreichenden Nebel nur mit einem grauen Schleier überzogen werden. Sind sie nass und schwarz, sterben sie. Ein zweiter Fehler ist die einmalige Anwendung, die nicht ausreicht. Zu bedenken ist außerdem, dass eine Sprühbehandlung im Winter den Wärmehaushalt des Volkes kurzzeitig stark stört.
Milchsäure ist als Tierarzneimittel für Bienen zugelassen. Für die Wartezeit gilt: Bei einer Behandlung im Spätherbst oder Winter besteht keine Wartezeit, nach einer Sommerbehandlung darf erst die Honigernte der Tracht des Folgejahres genutzt werden. Die Lösung reizt Haut und Augen, Sprühnebel darf nicht eingeatmet werden. Vorgesehen sind Schutzhandschuhe, Schutzbrille und gegebenenfalls eine Halbmaske mit Filter der Klasse A1P2 oder A2P2.
Quellen (4)
- BfArM: Wortlaut der Standardzulassungen für Bienentherapeutika (Monographie Milchsäure 15 % ad us. vet.)
- LAVES Institut für Bienenkunde Celle: Leitfaden Varroa-Bekämpfung in Öko-Imkereien
- LLH Bieneninstitut Kirchhain: Infoblatt Varroazide
- BVL: Wortlaut der Standardzulassung Milchsäure 15 % ad us. vet.