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MAQS bzw. Formic Pro (Ameisensäure-Streifen)

Behandlungsmittel

MAQS ist eine feste Zubereitung von Ameisensäure: imprägnierte Gelstreifen mit je 68,2 Gramm Ameisensäure, umhüllt von einer Hartpapierschicht.

MAQS ist eine feste Zubereitung von Ameisensäure: imprägnierte Gelstreifen mit je 68,2 Gramm Ameisensäure, umhüllt von einer Hartpapierschicht. Eine Dosis besteht aus zwei Streifen, das Volk erhält also rund 136 Gramm Ameisensäure. Aus der Umhüllung heraus verdunstet die Säure langsamer und gleichmäßiger als aus einer offenen Flüssigkeit. Das Präparat wird inzwischen unter dem Namen Formic Pro weitergeführt, das Wirkprinzip ist dasselbe.

Anders als bei der flüssigen Ameisensäure richtet sich die Dosierung nicht nach dem Beutenvolumen, sondern ist pauschal festgelegt: ein Beutel mit zwei Streifen je Volk ab etwa 10.000 Bienen. Die Streifen werden oben auf die Rähmchen gelegt, die Hartpapierumhüllung darf dabei nicht entfernt werden, sonst verdunstet die Säure zu schnell. Die Behandlungsdauer beträgt sieben Tage, eine Wiederholung ist frühestens nach einem Monat vorgesehen. Das in Nordamerika zusätzlich zugelassene Schema mit geteilter Anwendung über 14 Tage gilt in Deutschland nicht.

Wie jede Ameisensäurezubereitung wirkt der Wirkstoff auch gegen Milben in der verdeckelten Brut, das unterscheidet ihn von allen anderen zugelassenen Varroaziden. Ein praktischer Vorteil der festen Formulierung liegt im Temperaturverhalten: Die Streifen dürfen bei Tagestemperaturen von 10 bis 29,5 Grad angewendet werden und erzielen auch bei niedrigeren Temperaturen eine verlässlichere Milbenreduktion als die flüssige 60-prozentige Säure. Liegt die Temperatur in den ersten drei Tagen darüber, steigen Brutsterblichkeit und Königinnenverluste.

Beim Thema Honig kursiert ein hartnäckiges Missverständnis. Die Wartezeit lautet zwar null Tage, das ist aber eine Rückstandsaussage und keine Freigabe für eine Behandlung mit aufgesetztem Honigraum. Die deutschsprachige Packungsbeilage verlangt ausdrücklich, dass Honigzargen mit Honig vor der Behandlung entfernt werden, und Honig, der während der Behandlung eingelagert wird, darf nicht für den menschlichen Verzehr verwendet werden. Als Raumangebot sind nur Zargen mit abgeschleuderten Rähmchen zulässig. Die freizügigere Formulierung, die eine Anwendung während der Tracht nahelegt, stammt vom nordamerikanischen Etikett. Untersuchungen des Bieneninstituts Celle zeigten, dass Zelldeckel für Ameisensäuredämpfe durchlässig sind und die Säurewerte im Honig bei Behandlung mit aufgesetztem Honigraum weit über die Verkehrsfähigkeit hinaus ansteigen.

Die häufigsten Anwendungsfehler betreffen die Belüftung und die Volksstärke. Fluglochschieber und Mäusegitter müssen entfernt werden, damit die volle Flugöffnung zur Verfügung steht, und zu kleine Beutenvolumen führen zu Überdosierung. Als gelegentliche Nebenwirkungen sind erhöhte Sterblichkeit adulter Bienen, Brutsterblichkeit und Königinnenverlust beschrieben, die Königinnenakzeptanz kann innerhalb eines Tages verloren gehen. Während der Behandlung sollte nicht gefüttert und das Volk nicht gestört werden. Beim Umgang sind Imkerschutzkleidung und chemikalienbeständige Handschuhe erforderlich, Wasser ist bereitzuhalten, und die Beutel sollten nur im Freien und mit dem Rücken zum Wind geöffnet werden.

Quellen (4)

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