Honigblase
Lexikon
Die Honigblase ist eine dehnbare Erweiterung des Vorderdarms im Hinterleib der Biene, direkt hinter der Wespentaille gelegen.
Die Honigblase ist eine dehnbare Erweiterung des Vorderdarms im Hinterleib der Biene, direkt hinter der Wespentaille gelegen. Sie dient als Transport und Zwischenlager für Nektar, Honigtau oder Wasser. Ihr Fassungsvermögen liegt bei rund 50 bis 60 Milligramm Flüssigkeit, das entspricht ungefähr der Hälfte des Körpergewichts einer Arbeitsbiene. Schon während des Transports zum Stock beginnt in der Honigblase durch beigemischte Enzyme aus den Kopfdrüsen die erste Umwandlung des Nektars in Richtung Honig.
Zwischen Honigblase und Mitteldarm liegt der Ventiltrichter, auch Proventriculus genannt. Er wirkt als Filter, der feste Bestandteile wie Pollenkörner von der flüssigen Nahrung trennt und diese Feststoffe gezielt in den Mitteldarm weiterleitet. Zugleich dosiert er die flüssige Fracht portionsweise, sodass nur ein kleiner Teil in den Mitteldarm zur eigenen Verdauung gelangt, während der Großteil für die Weitergabe im Stock reserviert bleibt. Untersuchungen der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim zeigen zudem, dass der Ventiltrichter sogar Pilzsporen aus der Honigblase herausfiltern kann.
Für die Praxis erklärt die geringe Kapazität der Honigblase, warum eine Sammelbiene für eine einzige volle Ladung sehr viele Blüten anfliegen muss und warum der Nektareintrag eines Volkes stark von der Zahl gleichzeitig fliegender Sammlerinnen abhängt. Ein häufiger Fehler ist, die Honigblase mit einem echten Magen zu verwechseln, dabei ist sie in erster Linie ein Transport und Übergabeorgan, die eigentliche Verdauung findet erst dahinter im Mitteldarm statt.