Haplodiploidie
Lexikon
Bei der Honigbiene entstehen Königin und Arbeiterinnen aus befruchteten, doppelten Eizellen, Drohnen dagegen aus unbefruchteten, einfachen Eiern.
Bei der Honigbiene entstehen Königin und Arbeiterinnen aus befruchteten, doppelten Eizellen, Drohnen dagegen aus unbefruchteten, einfachen Eiern. Ein Drohn hat also keinen Vater, sondern nur das Erbgut seiner Mutter. Diese Form der Geschlechtsbestimmung heißt Haplodiploidie.
Ob die Königin beim Eilegen Spermien zugibt, hängt an der Zellgröße: In die weiten Drohnenzellen legt sie unbefruchtet, in die engen Arbeiterinnenzellen befruchtet. Bei der Bildung seiner Spermien braucht der Drohn keine Reifeteilung, er gibt sein Erbgut millionenfach unverändert weiter.
Der eigentliche Geschlechtsschalter ist ein Gen mit der Abkürzung csd. Es kommt in sehr vielen verschiedenen Fassungen vor. Nur wenn ein Ei zwei unterschiedliche Fassungen trägt, wird der Schalter auf weiblich gestellt. Trägt ein befruchtetes Ei zweimal dieselbe Fassung, entsteht ein doppelter Drohn, den die Arbeiterinnen als Larve erkennen und ausräumen.
Daraus ergibt sich das bekannte Inzuchtzeichen: ein löchriges, schütteres Brutnest mit vielen leeren Zellen zwischen der Brut. Wer ein solches Bild findet, sollte zuerst an eine zu enge Verwandtschaft der Elterntiere denken, bevor er eine Brutkrankheit vermutet. Natürlich verhindert wird die Inzucht dadurch, dass Königinnen weit entfernte Drohnensammelplätze aufsuchen.