Logo von iBeekeeper iBeekeeper

Formivar

Behandlungsmittel

Formivar ist ein Handelsname für Ameisensäure ad us.

Formivar ist ein Handelsname für Ameisensäure ad us. vet. Die in Deutschland vertriebene 60-prozentige Variante ist ein nach Standardzulassung gefertigtes Tierarzneimittel und entspricht inhaltlich der Monographie Ameisensäure 60 Prozent ad us. vet. Wer also mit Formivar 60 arbeitet, arbeitet mit derselben Rezeptur wie bei anderen 60-prozentigen Präparaten, nur unter einem anderen Produktnamen eines anderen Anbieters.

Die Lösung wird nicht aufgetragen, sondern im Volk verdunstet. Dafür werden geeignete Applikatoren verwendet, in der Praxis vor allem Vakuumverdunster wie der Liebig-Dispenser oder der Nassenheider Verdunster professional. Entscheidend für den Erfolg ist eine möglichst gleichmäßige Freisetzung kleiner Mengen über einen längeren Zeitraum, nicht ein kurzer Säureschub.

Ameisensäure ist der einzige zugelassene Wirkstoff, der durch den Zelldeckel in die verdeckelte Brut diffundiert und dort vor allem die Nymphenstadien der Milben trifft. Deshalb ist Formivar 60 ein Mittel für die Sommer- und Spätsommerbehandlung brütender Wirtschaftsvölker nach der letzten Honigernte. Der Wirkungsgrad ist stark witterungsabhängig, bei kühler und feuchter Witterung wird zu wenig Säure freigesetzt. Als Entscheidungshilfe für den Behandlungstermin bieten mehrere Bundesländer ein Varroawetter an, das den zu erwartenden Behandlungserfolg abschätzt.

Eine höher konzentrierte 85-prozentige Variante wird ebenfalls unter diesem Namen vertrieben, allerdings nicht für den deutschen Markt. In Deutschland steht als Bienenarzneimittel nur die 60-prozentige Ameisensäure zur Verfügung, eine 85-prozentige Zubereitung wäre hier nur über einen tierärztlich festgestellten Therapienotstand denkbar. Zugelassen ist die 85-prozentige Variante in Österreich, dort gelten die österreichische Zulassung und die zugehörige Gebrauchsinformation. Wichtig ist, dass die Dosierangaben der deutschen 60-Prozent-Standardzulassung nicht auf die 85-prozentige Zubereitung übertragen werden dürfen, deren Zulassung nennt eigene Werte.

Für Wartezeit und Anwenderschutz gilt das, was für Ameisensäure generell gilt: Angewendet wird nach der letzten Honigernte des Jahres, während der Tracht ist die Anwendung eine Gegenanzeige. Ameisensäure ist wasserlöslich und reichert sich nicht im Wachs an, bei falschem Zeitpunkt verändert sie aber den Geschmack des Honigs. Beim Umgang sind säurefeste Handschuhe und eine Schutzbrille zu tragen, die Dämpfe dürfen nicht eingeatmet werden, und es sollte immer ausreichend Wasser zum Abspülen bereitstehen.

Quellen (5)

Alle Begriffe im Überblick

Die nächste Durchsicht schon digital dokumentieren

Am Volk eintragen, zu Hause ist alles schon da. Auch wenn am Stand kein Netz ist.

Kostenlos starten