Flumethrin
Behandlungsmittel
Flumethrin ist ein synthetisches Pyrethroid, also ein Wirkstoff, der sich strukturell von den natürlichen Pyrethrinen der Chrysanthemen ableitet.
Flumethrin ist ein synthetisches Pyrethroid, also ein Wirkstoff, der sich strukturell von den natürlichen Pyrethrinen der Chrysanthemen ableitet. Er wirkt neurotoxisch: An der Nervenmembran der Milbe hält er Natriumkanäle lange geöffnet, was zunächst Übererregung, dann Koordinationsstörungen und Lähmung und bei ausreichend langer Einwirkung den Tod der Milbe auslöst.
In das Volk gebracht wird Flumethrin über imprägnierte Streifen, die entweder in die Wabengassen gehängt oder als Lochstreifen im Flugloch befestigt werden. Die Bienen nehmen den Wirkstoff beim Belaufen der Streifen beziehungsweise beim Passieren der Fluglochschleuse auf und verteilen ihn im Volk. Flumethrin gilt als gut wirksam gegen die frei auf den Bienen sitzenden Milben und als wenig giftig für Bienen und Brut.
In die verdeckelte Brut wirkt Flumethrin nicht hinein. Wie bei Amitraz und Thymol entsteht ein Effekt auf die Brutmilben nur indirekt über eine lange Anwendungsdauer, in der die mit den schlüpfenden Bienen freiwerdenden Milben abgetötet werden. Für die in die Wabengassen gehängten Streifen sind dafür vier bis sechs Wochen vorgesehen, für die Fluglochvariante mindestens neun Wochen bis zum Ende der Flugaktivität. Bei den Fluglochstreifen ist zu bedenken, dass sie Flugbetrieb voraussetzen, längere Schlechtwetterphasen verringern die Wirkung.
Zwei Einschränkungen sind für die Praxis entscheidend. Flumethrin ist fettlöslich und hinterlässt persistierende Rückstände im Bienenwachs. Und Resistenzen der Varroamilbe gegen Pyrethroide sind auch aus Deutschland bekannt, häufigster Mechanismus ist eine Mutation am Zielrezeptor im Natriumkanal. Feldstudien fanden in etwa der Hälfte der behandelten Völker unter den überlebenden Milben Träger einer Resistenzmutation. Der Wirkstoff sollte deshalb nicht in aufeinanderfolgenden Jahren eingesetzt werden.
Flumethrinhaltige Präparate sind in Deutschland als Tierarzneimittel zugelassen und apothekenpflichtig. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung außerhalb der Tracht beträgt die Wartezeit für Honig null Tage. Eine Flumethrinbehandlung allein reicht in der Regel nicht aus, eine Restentmilbung in der brutfreien Zeit bleibt notwendig. Beim Umgang mit den Streifen sollten neben der üblichen Schutzkleidung Handschuhe getragen werden, gebrauchte Streifen sind Sondermüll.