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Flugling

Lexikon

Beim Flugling nutzt die Imkerin oder der Imker das Heimkehrverhalten der Flugbienen aus, um ein neues Volk zu bilden.

Beim Flugling nutzt die Imkerin oder der Imker das Heimkehrverhalten der Flugbienen aus, um ein neues Volk zu bilden. Dazu wird das Ursprungsvolk im Frühjahr an einen anderen Platz versetzt, während am alten Standort eine neue Beute mit Futterwabe, Brutwabe und Mittelwänden aufgestellt wird. Die zurückkehrenden Flugbienen, die den alten Platz noch im Gedächtnis haben, sammeln sich dort von selbst und bilden gemeinsam mit der mitgegebenen Brut das neue Volk.

Da der Flugling zunächst ohne Königin dasteht, zieht er sich aus der vorhandenen jungen, offenen Brut selbst eine Königin nach. Nach üblicherweise etwa sechzehn Tagen schlüpft die erste Königin und tötet ihre noch nicht geschlüpften Konkurrentinnen. Alternativ kann dem Flugling sofort eine fremde Königin oder eine kurz vor dem Schlüpfen stehende Weiselzelle zugesetzt werden, was ihn deutlich schneller entwicklungsfähig macht.

Für die Praxis eignet sich der Flugling gut zur Völkervermehrung mit vorhandenem Material, weil kein zusätzliches Bienenmaterial von außen benötigt wird und die Flugbienen ohnehin zum alten Standort zurückkehren würden. Wichtig ist ein Tag mit regem Bienenflug, damit möglichst viele Flugbienen tatsächlich zum neuen Kasten am alten Platz finden.

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, Flugling und Fegling gleichzusetzen. Während beim Flugling die Bienen von selbst durch ihr Ortsgedächtnis in die neue Behausung finden, werden sie beim Fegling aktiv von den Waben abgekehrt. Beide Verfahren werden in der Praxis häufig kombiniert eingesetzt, folgen aber unterschiedlichen biologischen Prinzipien.

Quellen (2)

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