Facettenauge (Komplexauge)
Lexikon
Facettenauge und Komplexauge bezeichnen dasselbe Organ: die beiden großen, seitlich am Kopf sitzenden Augen der Biene.
Facettenauge und Komplexauge bezeichnen dasselbe Organ: die beiden großen, seitlich am Kopf sitzenden Augen der Biene. Sie setzen sich aus mehreren tausend winzigen Einzelaugen, den Ommatidien, zusammen, bei der Arbeiterin sind es je nach Quelle rund 4.000 bis 5.000. Jedes Ommatidium liefert nur einen kleinen Bildpunkt, aus deren Summe im Gehirn ein grobkörniges, dafür aber sehr bewegungsempfindliches Gesamtbild entsteht. Zwischen den Ommatidien sitzen feine Sinneshaare, die zusätzlich als Tastorgane wirken und die Augen vor Verkleben durch Pollen schützen.
Drohnen besitzen deutlich mehr Ommatidien als Arbeiterinnen und Königinnen, ihre Facettenaugen sind entsprechend größer und nehmen einen großen Teil des Kopfes ein. Das hängt mit ihrer wichtigsten Aufgabe zusammen: Sie müssen die deutlich kleinere Königin während des Hochzeitsfluges in großer Höhe und bei hoher Fluggeschwindigkeit optisch erfassen können.
Für die Bienenhaltung ist wichtig, dass Bienen die Welt grundsätzlich anders sehen als Menschen. Sie nehmen ultraviolettes Licht wahr, sind für den roten Farbbereich dagegen weitgehend blind, erkennen dafür aber Bewegungen und Flimmern sehr viel schneller als wir. Das beeinflusst etwa, welche Farben sich zur Markierung von Beuten oder Fluglöchern eignen, damit Bienen ihren eigenen Stock im Bienenstand sicher wiederfinden. Ein verbreiteter Irrtum ist, von der Anzahl der Einzelaugen direkt auf ein scharfes Bildsehen zu schließen, tatsächlich ist die Detailschärfe des Facettenauges eher gering, seine Stärke liegt in der schnellen Bewegungserkennung.