Entdeckeln
Lexikon
Beim Entdeckeln werden die dünnen Wachsdeckel entfernt, mit denen die Bienen reife Honigzellen verschließen.
Beim Entdeckeln werden die dünnen Wachsdeckel entfernt, mit denen die Bienen reife Honigzellen verschließen. Erst danach kann der Honig aus der Wabe geschleudert werden. Der Wachsdeckel gilt gewissermaßen als Gütesiegel der Bienen: Sie verschließen eine Zelle erst, wenn der Honig ausreichend eingedickt und reif ist. Nach dem Entdeckeln trägt der Imker die Verantwortung für die weitere hygienische Verarbeitung.
Für das Entdeckeln gibt es mehrere Werkzeuge. Die Entdeckelungsgabel ist günstig und weit verbreitet: Mit den Zinken fährt man möglichst flach unter die Wachsdeckel und reißt sie auf. Das Entdeckelungsmesser schneidet die Deckel in einer Bewegung ab und eignet sich besonders für dickere Waben, erzeugt dabei aber mehr Deckelwachs. Ein Heißluftföhn lässt die Wachsschicht aufplatzen, funktioniert jedoch nur bei jungen, unbebrüteten Waben zuverlässig. Für größere Betriebe gibt es zudem elektrisch beheizte Entdeckelungsmaschinen.
Ein häufiger Anfängerfehler bei der Gabel ist, sie in Richtung der haltenden Hand zu ziehen, was zu schmerzhaften Stichverletzungen führen kann. Ausserdem sollte die Gabel möglichst flach geführt werden, damit nicht zu viel Honig aus den Zellen mit herausgerissen wird. Das abgetrennte Deckelwachs sammelt sich auf einem Siebboden, während der anhaftende Honig abtropft und aufgefangen wird. Dieses Entdeckelungswachs zählt zu den saubersten Wachsen und wird gerne für Mittelwände eingeschmolzen.