Einwinterung
Lexikon
Einwinterung nennt man alles, was ein Volk nach der letzten Honigernte auf die kalte Jahreszeit vorbereitet.
Einwinterung nennt man alles, was ein Volk nach der letzten Honigernte auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Drei Dinge gehören untrennbar zusammen: die Behandlung gegen die Varroamilbe, das Auffüttern eines ausreichenden Wintervorrats und das Herrichten eines ruhigen Wintersitzes. Die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau rechnet die Einwinterungsphase bis etwa Ende Oktober.
Die Varroabehandlung ist keine Kür. Nach Paragraf 15 der Bienenseuchen-Verordnung hat der Besitzer alle Bienenvölker eines Bienenstandes jährlich gegen Varroatose zu behandeln, soweit die zuständige Behörde nichts anderes anordnet. Ameisensäure als einzigen Weg darzustellen greift zu kurz: Es gibt mehrere zugelassene Tierarzneimittel. Welches in Frage kommt und wie es anzuwenden ist, steht in der Zulassung. Apothekenpflichtige Mittel dürfen nur in der Menge, Dosierung und Anwendungsdauer eingesetzt werden, die der Kennzeichnung des Präparats entspricht, verschreibungspflichtige nur nach tierärztlicher Verschreibung. Konkrete Mengenangaben gehören deshalb auf die Packungsbeilage, nicht in ein Lexikon.
Beim Futter gilt: geeignet sind Zuckersirupe, Futterteig, selbst angerührtes Zuckerwasser oder eigener Blütenhonig in den Waben. Ungeeignet sind dunkle Honige, Wald- und Melezitosehonige, weil ihre hohen Mineralstoffgehalte die Kotblase belasten, und vor allem fremde Honige, die die Amerikanische Faulbrut einschleppen können. Flüssiges Futter ist für die Bienen attraktiver als Futterteig, damit steigen aber auch die Gefahr von Räuberei und das Risiko, dass das Brutnest eingeengt wird.
Zum Wintersitz gehört der Schutz vor Mäusen. In der Wintertraube sind die Bienen kaum wehrhaft, deshalb wird das Flugloch in der Höhe auf etwa sechs Millimeter verengt, über ein Mäusegitter oder einen entsprechend niedrigen Fluglochkeil. Gelegentlich liest man sieben Millimeter, die Fachstellen nennen sechs. Außerdem zählt Ruhe: Störungen, etwa durch schlagende Äste oder Stürme, erhöhen die Futteraufnahme und belasten die Kotblase, was Ruhr begünstigt. Gegen Stocknässe und Schimmel helfen ein offener Gitterboden, ein saugfähiges Gewebe statt Folie und ein an die Volksstärke angepasstes Beutenvolumen.