Drohnenbrütigkeit
Lexikon
Von Drohnenbrütigkeit spricht man, wenn ein Volk nur noch Drohnen erzeugt.
Von Drohnenbrütigkeit spricht man, wenn ein Volk nur noch Drohnen erzeugt. Auf der Wabe fällt das als Buckelbrut auf: In den engen Arbeiterinnenzellen entwickeln sich Drohnenlarven, die mehr Platz brauchen. Die Bienen ziehen die Zellen deshalb länger aus und verdeckeln sie mit einem nach außen gewölbten Deckel. Das Brutbild wirkt unregelmäßig und höckerig, Arbeiterinnenbrut fehlt.
Dahinter stecken zwei ganz verschiedene Ursachen, die man auseinanderhalten muss. Entweder sitzt noch eine Königin im Volk, deren Samenvorrat erschöpft ist oder die schlecht beziehungsweise gar nicht begattet wurde. Sie legt dann nur noch unbefruchtete Eier. Oder das Volk war längere Zeit weisellos und hatte keine junge Brut mehr zum Nachschaffen. Dann beginnen einzelne Arbeiterinnen selbst zu legen. Diese Bienen heißen Drohnenmütterchen oder Afterweiseln. Ihr Werk erkennt man daran, dass häufig mehrere Eier in einer Zelle liegen und die Eier nicht sauber am Zellboden stehen, sondern an der Zellwand kleben.
Ein drohnenbrütiges Volk ist schwer zu retten, vor allem der Fall mit Drohnenmütterchen. Die legenden Arbeiterinnen sehen aus wie jede andere Biene und lassen sich nicht herausfangen. Eine zugesetzte Königin wird in aller Regel abgestochen. Gleichzeitig wächst kein Nachwuchs an Arbeiterinnen mehr nach, das Volk schrumpft und geht ohne Eingriff zugrunde.
In der Praxis wird ein solches Volk deshalb meist aufgelöst statt behandelt. Bei guter Volksgesundheit lässt man die Bienen vorher Futter aufnehmen und fegt sie ab, damit sie sich bei den Nachbarvölkern einbetteln können. Stark geschwächte oder kranke Völker werden abgeschwefelt. Ein häufiger Fehler ist es, wochenlang auf Besserung zu warten oder immer neue Königinnen zuzusetzen. Das kostet nur Zeit und Königinnen.