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Der Bien

Lexikon

Als Bien bezeichnet man das Bienenvolk als Ganzheit, also nicht die Summe einzelner Insekten, sondern ein Lebewesen eigener Art.

Als Bien bezeichnet man das Bienenvolk als Ganzheit, also nicht die Summe einzelner Insekten, sondern ein Lebewesen eigener Art. Der Bien kann Dinge, die keine einzelne Biene kann, zum Beispiel über Monate eine gleichmäßige Temperatur halten, obwohl das Einzeltier wechselwarm ist.

Der Begriff ist alt. Er findet sich schon bei Johann Ludwig Christ im achtzehnten Jahrhundert. Johannes Mehring verglich den Bien im neunzehnten Jahrhundert mit einem Wirbeltier und ordnete der Königin und den Drohnen die Rolle der Geschlechtsorgane zu, den Arbeiterinnen die des Verdauungsapparates. Ferdinand Gerstung baute diese Vorstellung weiter aus.

In der Biologie entspricht dem der Begriff des Superorganismus, den William Morton Wheeler zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts an Ameisenvölkern geprägt hat. Kennzeichen ist, dass ein Großteil der Individuen von der Fortpflanzung ausgeschlossen bleibt, ähnlich wie Körperzellen gegenüber Keimzellen.

Für die Praxis ist der Gedanke mehr als Sprachbild. Wer ein Volk als Organismus denkt, versteht besser, warum das Entnehmen von Brut, das Verstellen von Waben oder ein Königinnenverlust nicht nur einzelne Bienen betrifft, sondern den ganzen Betrieb des Volkes verändert.

Quellen (3)

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