Coumaphos
Behandlungsmittel
Coumaphos ist ein Organophosphat und war über viele Jahre in der Varroabekämpfung gebräuchlich, in Deutschland vor allem in Form einer Träufelbehandlung.
Coumaphos ist ein Organophosphat und war über viele Jahre in der Varroabekämpfung gebräuchlich, in Deutschland vor allem in Form einer Träufelbehandlung. Der Wirkstoff hemmt die Acetylcholinesterase und wirkt darüber als Nervengift auf die Milbe. In der Praxis wurde er im brutfreien Zustand als Restentmilbung eingesetzt.
Für die heutige Imkerei ist die Wirkstoffgruppe der Organophosphate in Deutschland ohne praktische Bedeutung. Das coumaphoshaltige Präparat ist nicht mehr im Handel, und in den aktuellen Übersichten der Bieneninstitute über zugelassene Varroazide taucht Coumaphos nicht mehr auf. Wer heute behandelt, arbeitet mit organischen Säuren, mit Thymol oder, als Notfalloption, mit Amitraz oder Flumethrin.
Der Hauptgrund für den Bedeutungsverlust liegt im Rückstandsverhalten. Coumaphos ist fettlöslich und reichert sich im Wachskreislauf einer Imkerei an. Aus dem Wachs kann der Wirkstoff wieder in den Honig übergehen. Hinzu kommt die Resistenzproblematik, die für synthetische Varroazide allgemein gilt: Wiederholte Anwendung desselben Wirkstoffs selektiert Milbenstämme, die davon nicht mehr abgetötet werden.
Für die Praxis bleibt daher vor allem eine Einordnung: Coumaphos ist historisch relevant und erklärt einen Teil der Altlasten im Wachs mancher Betriebe, es ist aber kein Mittel, mit dem heute geplant werden sollte. Wer alte Bestände solcher Präparate im Lager hat, sollte sie als Sondermüll entsorgen und nicht anwenden. Ob ein Arzneimittel angewendet werden darf, richtet sich immer nach dem aktuellen Zulassungs- und Handelsstatus, im Zweifel gibt die zuständige Fachberatung oder der Tierarzt Auskunft.