Bestäubung
Lexikon
Bestäubung heißt: Blütenstaub muss auf die Narbe einer Blüte gelangen, damit sich Samen und Früchte bilden können.
Bestäubung heißt: Blütenstaub muss auf die Narbe einer Blüte gelangen, damit sich Samen und Früchte bilden können. Entscheidend ist dabei, dass es Pollen der eigenen Art ist, denn fremder Pollen kann eine Blüte nicht befruchten. Viele Pflanzen locken deshalb Insekten mit auffälligen Blüten, Duft und Nektar an und lassen sich den Transport des Pollens sozusagen bezahlen.
Honigbienen sind für diese Aufgabe gut geeignet, weil sie blütenstet sind. Eine Sammlerin fliegt während eines Ausfluges bevorzugt Blüten derselben Pflanzenart an, sodass der mitgebrachte Pollen passt. Besonders ausgeprägt ist diese Treue im Frühjahr. Später im Jahr, wenn das Angebot knapper wird, wechseln die Bienen häufiger die Pflanzenart. Dazu kommt die schiere Zahl: Ein Volk überwintert als Einheit und ist im Frühjahr sofort mit vielen tausend Sammlerinnen einsatzbereit, die Trachtquellen in einem Umkreis von bis zu etwa fünf Kilometern anfliegen.
Ein häufiges Missverständnis ist, die Honigbiene erledige die Bestäubung im Alleingang. Die Bayerische Landesanstalt in Veitshöchheim nennt für unsere Breiten rund 80 Prozent der bunt blühenden Blütenpflanzen als von Honigbienen bestäubt, weist aber im selben Atemzug darauf hin, dass Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen, weitere Insekten und der Wind ebenfalls einen erheblichen Teil leisten. Viele Wildbienen sind sogar auf wenige oder einzelne Pflanzenarten spezialisiert und für diese kaum ersetzbar.
Für die tägliche Arbeit bedeutet das vor allem: starke, gesunde Völker rechtzeitig zur Frühtracht bereitstellen, denn die Bestäubungsleistung hängt an der Zahl flugfähiger Bienen. Eine saubere Wasserstelle am Stand und ein Standort mit durchgehendem Blühangebot helfen dem Volk und der Umgebung gleichermaßen.