Befallsgrad
Lexikon
Der Befallsgrad beschreibt, wie stark ein Bienenvolk zu einem bestimmten Zeitpunkt von der Varroamilbe betroffen ist, meist ausgedrückt als Verhältnis der Milbenzahl zur Anzahl der beprobten Bienen oder als täglicher natürlicher Milbenfall.
Der Befallsgrad beschreibt, wie stark ein Bienenvolk zu einem bestimmten Zeitpunkt von der Varroamilbe betroffen ist, meist ausgedrückt als Verhältnis der Milbenzahl zur Anzahl der beprobten Bienen oder als täglicher natürlicher Milbenfall. Er ist damit die zentrale Messgröße, an der sich Imkerinnen und Imker orientieren, um zu entscheiden, ob und wann eine Behandlung notwendig wird.
Ermittelt wird der Befallsgrad über verschiedene Verfahren, die jeweils unterschiedlich in das Volk eingreifen: Puderzuckermethode und Auswaschmethode liefern eine Momentaufnahme aus einer Stichprobe lebender Bienen, während die Auswertung des natürlichen Milbenfalls über die Windel den Befallsgrad indirekt über die Zahl der von selbst abfallenden, toten Milben abschätzt. Da alle drei Verfahren nur einen Ausschnitt des Geschehens im Volk erfassen und die Milben im Volk nicht gleichmäßig verteilt sind, liefert jede einzelne Messung stets nur eine Annäherung an den tatsächlichen Gesamtbefall.
Besonders wichtig für die Einordnung ist, dass sich der als kritisch geltende Befallsgrad im Jahresverlauf deutlich verschiebt. In der brutintensiven Jahreszeit vermehrt sich die Milbe stark innerhalb der verdeckelten Brut, sodass ein Befallsgrad, der im Frühsommer noch unbedenklich wäre, wenige Wochen später bereits deutlich höher liegen kann. In brutfreien Phasen im Winter dagegen wird schon ein vergleichsweise geringer natürlicher Milbenfall als Warnsignal gewertet, weil dann kaum Nachwuchs an Milben in der Brut versteckt heranwächst und jede tote Milbe einen größeren Anteil am Gesamtbestand ausmacht.
Ein häufiger Fehler ist es, einen einzelnen gemessenen Befallsgrad ohne Bezug zur Jahreszeit zu bewerten oder Werte aus verschiedenen Messmethoden direkt miteinander zu vergleichen. Da Auswaschmethode, Puderzuckermethode und Windel-Auswertung unterschiedliche Ausschnitte des Volksgeschehens abbilden, sind ihre Ergebnisse nur bedingt austauschbar und sollten im Zweifel gemeinsam mit den Empfehlungen der Bieneninstitute interpretiert werden.