Bannwabe
Lexikon
Die Bannwabe, manchmal auch Wabentasche oder Käfig genannt, ist ein Hilfsmittel der biotechnischen, also chemiefreien Varroabekämpfung.
Die Bannwabe, manchmal auch Wabentasche oder Käfig genannt, ist ein Hilfsmittel der biotechnischen, also chemiefreien Varroabekämpfung. Sie besteht meist aus einer normalen Wabe, die beidseitig von einem Königinnenabsperrgitter umschlossen wird, sodass die Königin darin gefangen ist, aber weiterhin von den Arbeiterinnen versorgt werden kann. Weil sie nur noch auf dieser einen Wabe Eier legen kann, konzentriert sich dort ihre gesamte Eiablage.
Da sich die Varroamilbe ausschließlich in verdeckelter Brut vermehrt, wandern in den folgenden Tagen viele Milben gezielt in die Zellen der Bannwabe ein. Nach etwa neun Tagen ist die Wabe durchgehend verdeckelt und wird samt der darin eingeschlossenen Milben aus dem Volk entnommen und eingeschmolzen. Anschließend erhält die Königin eine neue leere Bannwabe, sodass sich der Vorgang wiederholt, üblicherweise mehrfach im Abstand von jeweils rund neun Tagen.
Der praktische Nutzen der Bannwabe liegt darin, dass ein großer Teil der Milbenpopulation ohne jedes Medikament aus dem Volk entfernt wird, wodurch keine Rückstände in Honig oder Wachs entstehen. Gleichzeitig bleibt die Königin während des gesamten Verfahrens in kontinuierlicher Eiablage, was das Volk stabil hält und ein leichtes Auffinden der Königin für weitere imkerliche Maßnahmen ermöglicht.
Ein häufiger Fehler ist, den Wabenwechsel zu spät durchzuführen, denn sobald erste Milben aus verdeckelten Zellen der Bannwabe schlüpfen könnten, sinkt die Wirksamkeit des Verfahrens deutlich. Auch das Wiederfinden der Königin bei jedem Wechsel kostet Übung und Zeit, weshalb sich die Bannwabe eher für kleinere Bestände eignet.