Arbeiterin
Lexikon
Arbeiterinnen sind die weiblichen Bienen, die den Alltag im Volk erledigen.
Arbeiterinnen sind die weiblichen Bienen, die den Alltag im Volk erledigen. Sie gehen aus befruchteten Eiern hervor, genau wie eine Königin. Vom Ei bis zur fertigen Biene vergehen in der Regel 21 Tage. Wie viele Arbeiterinnen in einem Volk leben, schwankt stark im Jahreslauf: Angaben reichen von wenigen tausend im Winter bis zu rund 40.000 Tieren im Sommer.
Ein verbreitetes Missverständnis ist, Arbeiterinnen hätten zurückgebildete Geschlechtsorgane. Das trifft so nicht zu. Sie besitzen durchaus Eierstöcke, diese sind nur deutlich schwächer ausgestattet als bei der Königin: Die Arbeiterin hat je Eierstock höchstens etwa zwanzig Eischläuche, die Königin bis zu 180. Solange eine legende Königin im Volk sitzt, unterdrücken deren Pheromone die Entwicklung dieser Eierstöcke. Fehlt die Königin über längere Zeit, fangen einzelne Arbeiterinnen an zu legen. Weil sie nie begattet wurden, können daraus nur Drohnen werden. Das Volk wird drohnenbrütig und geht ohne Eingriff des Imkers ein.
Die Arbeiten folgen grob dem Alter der Biene, weil die dafür nötigen Drüsen nacheinander heranreifen: erst Zellen putzen, dann Larven füttern, danach Wachs bauen, Wache halten und Nektar abnehmen, zuletzt der Sammelflug. Diese Reihenfolge ist aber kein starrer Fahrplan. Das Bieneninstitut Celle weist ausdrücklich darauf hin, dass die Tagesangaben nur Anhaltspunkte sind und die Bienen sehr flexibel reagieren, wenn im Volk etwas fehlt.
Für die Arbeit am Volk heißt das zweierlei. Erstens ist die Bienenmasse allein wenig aussagekräftig, denn Sommerbienen leben nur rund fünf Wochen, Winterbienen dagegen mehrere Monate. Zweitens braucht jeder Ableger genügend junge Bienen, die noch füttern und bauen können, nicht nur alte Flugbienen.