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Apivar

Behandlungsmittel

Apivar ist ein imprägnierter Kunststoffstreifen mit 500 Milligramm Amitraz je Streifen.

Apivar ist ein imprägnierter Kunststoffstreifen mit 500 Milligramm Amitraz je Streifen. Die übliche Dosierung beträgt zwei Streifen pro Volk, also 1 Gramm Amitraz. Die Streifen werden im oberen Bereich zwischen zwei Wabenrähmchen im Brutbereich eingehängt, mit einem Abstand von mindestens zwei Rähmchen zwischen den beiden Streifen. Die Bienen belaufen die Streifen, nehmen den Wirkstoff über die Körperoberfläche auf und verteilen ihn im Volk.

Amitraz wirkt als Nervengift auf die Milbe. Es greift an den Oktopaminrezeptoren an, löst Übererregung und Lähmung aus, die Milbe löst sich von der Biene und stirbt. Erreicht werden dabei nur die frei auf den Bienen sitzenden Milben. In die verdeckelte Brutzelle dringt der Wirkstoff nicht ein. Der Effekt auf die Brutmilben kommt allein dadurch zustande, dass die Behandlung mehrere Brutzyklen überspannt und die mit den Bienen schlüpfenden Milben nach und nach erfasst werden.

Daraus ergibt sich die Behandlungsdauer: sechs Wochen im brutfreien Volk, zehn Wochen bei vorhandener Brut. Als Zeitpunkt ist die Anwendung nach der letzten Honigernte im Spätsommer oder Herbst vorgesehen, alternativ im Frühjahr vor Beginn der Honigproduktion. Wer die Frühjahrsvariante wählt, muss bedenken, dass eine zehnwöchige Behandlung entsprechend früh im Jahr beginnen müsste, um vor dem Aufsetzen der Honigräume abgeschlossen zu sein. Nach der Hälfte der Anwendungsdauer sollten Propolis- und Wachsanhaftungen vorsichtig von den Streifen abgekratzt werden, weil schon ein verminderter Kontakt die Wirksamkeit beeinträchtigt.

Zwei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens Resistenzen: Bei bekannter Resistenz gegen Amitraz darf das Präparat nicht angewendet werden, und unsachgemäße Anwendung erhöht das Resistenzrisiko. Aus mehreren Ländern liegen Berichte über nachlassende Wirksamkeit vor. Zweitens Rückstände: Amitraz ist fettlöslich und reichert sich vor allem im Wachs an, besonders bei wiederholter Anwendung in aufeinanderfolgenden Jahren. Für Amitraz ist als einzigem der verfügbaren Varroazide eine Rückstandshöchstmenge im Honig festgelegt.

Apivar ist in Deutschland als Tierarzneimittel zugelassen und verschreibungspflichtig, es ist also über den Tierarzt zu beziehen. Die Wartezeit für Honig beträgt null Tage, angewendet werden darf es aber nicht während der Tracht, und aus dem Brutraum darf kein Honig entnommen werden. Häufige Fehler sind das Belassen der Streifen über die zugelassene Dauer hinaus, die Wiederverwendung gebrauchter Streifen und die Behandlung nur einzelner Völker eines Standes. Beim Umgang sind undurchlässige Handschuhe und die übliche Imkerschutzkleidung erforderlich, gebrauchte Streifen gehören in den Sondermüll. Die Bieneninstitute empfehlen synthetische Varroazide nur als Notfalloption, für biozertifizierte Betriebe sind sie ausgeschlossen.

Quellen (4)

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