Logo von iBeekeeper iBeekeeper

Apitraz

Behandlungsmittel

Apitraz ist ein imprägnierter Streifen mit 500 Milligramm Amitraz.

Apitraz ist ein imprägnierter Streifen mit 500 Milligramm Amitraz. Wie beim vergleichbaren Präparat desselben Wirkstoffs werden zwei Streifen je Volk verwendet, das entspricht 1 Gramm Amitraz. Die Streifen werden jeweils zwischen zwei Futterwaben im Brutraum aufgehängt, die genaue Platzierung richtet sich nach dem Beutentyp. Die Bienen belaufen die Streifen und tragen den Wirkstoff im Volk weiter.

Der Wirkmechanismus ist derselbe wie bei allen Amitrazpräparaten: Über die Oktopaminrezeptoren im Nervensystem der Milbe entsteht Übererregung und Lähmung, die Milbe löst sich von der Biene. Erreicht werden ausschließlich die frei sitzenden Milben, in die verdeckelte Brut dringt der Wirkstoff nicht ein. Die Wirkung auf Brutmilben entsteht nur über die lange Anwendungsdauer.

Die aktuelle Fachinformation sieht eine Behandlungsdauer von sechs Wochen vor, wenn keine oder nur wenig Brut vorhanden ist, bei vorhandener Brut zehn Wochen; danach sind die Streifen zu entfernen. Als Zeitpunkt wird eine Phase empfohlen, in der nur noch wenig Brut vorhanden ist, aber vor der Bildung der Wintertraube, damit die Bienen die Streifen noch aktiv belaufen. Während der Behandlung darf kein Honig geerntet werden.

Zu Wirksamkeit und Grenzen liegen kritische Befunde vor. Aus Deutschland wurde über eine unzureichende Wirkung berichtet: Bei bestimmungsgemäßer Anwendung mit zwei Streifen über sechs Wochen wurde in einem Versuch mit stark befallenen Völkern ein mittlerer Wirkungsgrad von rund 65 Prozent ermittelt; gemessen an der anschließenden Winterbehandlung lag er bei 84 Prozent, bei Ameisensäure über 95 Prozent. Als mögliche Ursachen wurden eine zu kurze Anwendungsdauer und die generell langsam einsetzende Wirkung von Amitraz diskutiert. Bei Verdacht auf Amitrazresistenz empfiehlt die Fachinformation, die Anwendung auf Empfindlichkeitsuntersuchungen zu stützen.

Apitraz ist in Deutschland als Tierarzneimittel zugelassen und verschreibungspflichtig. Die Wartezeit für Honig beträgt null Tage, während der Trachtzeit darf nicht behandelt und aus dem Brutraum kein Honig entnommen werden. Die Fachinformation empfiehlt außerdem, Brutwaben mindestens alle drei Jahre zu erneuern und Brutwaben nicht als Honigwaben wiederzuverwenden, weil sich Amitraz im Wachs anreichert. Beim Umgang sind undurchlässige Handschuhe und Schutzkleidung erforderlich, Amitraz kann Haut und Augen reizen und beim Menschen neurologische Reaktionen auslösen.

Quellen (4)

Alle Begriffe im Überblick

Die nächste Durchsicht schon digital dokumentieren

Am Bienenvolk eintragen, zu Hause ist alles schon da. Auch wenn am Stand kein Netz ist.

Kostenlos starten