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Apiguard

Behandlungsmittel

Apiguard ist ein Thymolpräparat in Gelform.

Apiguard ist ein Thymolpräparat in Gelform. Ein Behälter enthält 50 Gramm Gel mit 12,5 Gramm Thymol, das entspricht einem Thymolanteil von 25 Prozent. Der geöffnete Behälter wird mit der Gelseite nach oben mittig auf die Rähmchenoberträger über dem Brutraum gelegt. Zwischen Behälteroberkante und Beutenabdeckung muss ein Freiraum von mindestens einem halben Zentimeter bleiben, damit die Bienen an das Gel gelangen und es im Stock verteilen können.

Die Wirkung entsteht über die Thymolkonzentration in der Stockluft und über den direkten Kontakt der Bienen mit dem Gel. Milben in der verdeckelten Brut werden nicht erreicht. Ein Effekt auf diese Milben ergibt sich nur indirekt über die lange Behandlungsdauer, in der die mit den schlüpfenden Bienen freiwerdenden Milben nach und nach abgetötet werden. Deshalb weist die Packungsbeilage darauf hin, dass bei weiterhin deutlichem Milbenfall eine zusätzliche Winter- oder Frühjahrsbehandlung nötig ist.

Vorgesehen sind zwei Anwendungen im Abstand von zwei Wochen mit jeweils 50 Gramm Gel je Volk, höchstens zwei Behandlungen pro Jahr. Der leere oder fast leere Behälter wird nach etwa zwei Wochen gegen einen neuen getauscht, das Präparat bleibt im Volk, bis der Behälter leer ist. Insgesamt zieht sich die Behandlung über etwa vier bis sechs Wochen. Nicht angewendet werden darf Apiguard, wenn die erwartete Tageshöchsttemperatur unter 15 Grad oder über 40 Grad liegt oder wenn die Aktivität im Volk sehr gering ist. Die beste Wirkung wird im Spätsommer nach der Honigernte bei abnehmender Brutmenge erreicht.

Häufige Fehler sind ein zu später Behandlungsbeginn, eine Abweichung vom Dosierschema und das Behandeln einzelner Völker statt aller Völker eines Standes, was Räuberei begünstigt. Schwache Völker sollten vor der Behandlung vereinigt werden. Als seltene Nebenwirkungen sind leichte Unruhe, ein vorübergehender Rückgang der Jungbrut bei hohen Temperaturen und das gezielte Ausräumen von Brut in der Nähe des Behälters beschrieben. Wird das beobachtet, ist das Präparat zu entfernen. Eine Überdosierung kann zu Unruhe, Abwanderung oder erhöhter Sterblichkeit führen.

Apiguard ist ein zugelassenes Tierarzneimittel für Honigbienen und unterliegt nicht der Verschreibungspflicht. Die Wartezeit für Honig beträgt null Tage, während der Tracht darf nicht behandelt werden, weil der Honiggeschmack beeinträchtigt würde. Vor dem Aufsetzen der Honigräume ist das Präparat zu entfernen. Weil Thymol fettlöslich ist und ins Wachs übergeht, sollte aus Waben, die während der Behandlung im Volk waren, kein Honig gewonnen werden. Beim Umgang sind undurchlässige Handschuhe zu tragen, direkter Haut- und Augenkontakt ist zu vermeiden, das Präparat darf nicht eingeatmet werden.

Quellen (4)

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