Alarmpheromon
Lexikon
Beim Stechen setzt eine Biene an der Basis ihres Stachels und aus den Mandibeldrüsen ein Alarmpheromon frei, eine chemisch komplexe Mischung aus mehreren Dutzend Duftstoffen.
Beim Stechen setzt eine Biene an der Basis ihres Stachels und aus den Mandibeldrüsen ein Alarmpheromon frei, eine chemisch komplexe Mischung aus mehreren Dutzend Duftstoffen. Als Hauptbestandteil gilt Isopentylacetat, auch Isoamylacetat genannt, ein Stoff mit einem für Imker charakteristischen, an Bananen erinnernden Geruch. Der Duft haftet an der gestochenen Stelle und markiert den Angreifer gewissermaßen als Ziel für weitere Stiche.
Andere Wächterbienen in der Umgebung reagieren auf dieses Signal mit gesteigerter Abwehrbereitschaft, sie richten sich gezielt gegen die markierte Stelle und werden insgesamt angriffslustiger. So kann aus einem einzelnen Stich schnell ein koordinierter Abwehrangriff mehrerer Bienen werden, besonders wenn viele Wächterinnen in der Nähe des Flugloches stehen.
Für die tägliche Arbeit am Volk bedeutet das: Nach einem Stich sollte man sich möglichst rasch vom Flugloch entfernen und die betroffene Stelle nicht direkt vor dem Stock behandeln, weil der Duftstoff dort weitere Bienen anlockt. Rauch aus dem Smoker überdeckt das Alarmpheromon wirkungsvoll und beruhigt das Volk, weshalb umsichtige Imker bei nervösen Völkern lieber etwas mehr rauchen als zu wenig. Ein verbreiteter Irrtum ist, gequetschte oder zerdrückte Bienen einfach liegen zu lassen, denn auch verletzte Bienen setzen Alarmpheromon frei und können ein Volk unnötig aufschrecken.