Ableger
Lexikon
Ein Ableger ist ein junges Kleinvolk, das der Imker aus dem Material eines starken Wirtschaftsvolkes bildet.
Ein Ableger ist ein junges Kleinvolk, das der Imker aus dem Material eines starken Wirtschaftsvolkes bildet. Dazu kommen Brutwaben mit den darauf sitzenden Bienen sowie Futter in eine eigene Beute, die alte Königin bleibt dabei bewusst im Stammvolk. Der Ableger zieht sich anschließend selbst eine Königin nach, oder er bekommt eine angepflegte Weiselzelle beziehungsweise eine fertige Königin zugesetzt. Ableger dienen dem Ersatz von Winterverlusten, dem Aufbau der Völkerzahl, der Erneuerung des Wabenbaus und ganz nebenbei der Schwarmvorbeuge, weil dem Volk Brut und Bienen entzogen werden.
Man unterscheidet mehrere Formen. Beim Brutableger stammen die Waben aus einem einzigen Volk. Beim Sammelbrutableger werden Brutwaben aus mehreren gesunden Völkern zusammengesetzt, üblicherweise je eine Wabe pro Volk. Das bremst gleich in mehreren Völkern den Schwarmtrieb und senkt dort den Varroadruck, verlangt aber einwandfrei gesunde Spendervölker. Der Kunstschwarm, auch Fegling genannt, kommt dagegen ganz ohne Waben aus: Hier werden Bienen von den Waben in eine Kiste gefegt und zusammen mit einer Königin oder einer Weiselzelle neu einlogiert.
Entscheidend ist der Standplatz. Die Flugbienen kennen ihren alten Standort und fliegen dorthin zurück. Wer den Ableger auf demselben Stand belassen will, muss ihn deshalb kräftig mit Jungbienen von offenen Brutwaben verstärken. Sicherer ist ein eigener Ablegerstand in mindestens drei Kilometer Entfernung, dann bleiben die Bienen im neuen Volk.
Typische Anfängerfehler sind zu wenig Bienen, zu wenig Futter und zu viel Ungeduld. Rund neun Tage nach der Bildung werden die nachgezogenen Weiselzellen auf eine, notfalls zwei Zellen reduziert, sonst kann das Jungvolk selbst schwärmen. Danach braucht das Völkchen Ruhe: Bis eine selbst nachgezogene Königin in Eilage geht, vergehen rund drei bis vier Wochen. Erst dann lohnt die Kontrolle auf Weiselrichtigkeit.