Edlingers Varroaindikator
Errechne die Varroamilben in deinem Bienenvolk
Die Anzahl der Varroamilben in einem Bienenvolk ist ein sehr wichtiger Faktor, wenn es um die Gesundheit und das Überleben eines Bienenvolkes geht. Mit dem Edlinger Varroaindikator kann die Anzahl der auf der Windel liegenden Varroamilben hochgerechnet und so ein besseres Bild vom aktuellen Stand errechnet werden.
Der Name des Indikators leitet sich vom Entwickler ab. Die Entwicklung ging über einen Zeitraum von fünf Jahren, in denen viele tausend Brutzellen geöffnet und der Varroabefall ausgezählt werden mussten.
Wichtig sind nur drei Angaben: der Tag, an dem die Milben auf der Windel gezählt wurden, wie lange die letzte Reinigung der Windel her ist, und die Anzahl der gefundenen Milben. Der Indikator errechnet daraus die ungefähre Anzahl der Varroamilben im Bienenvolk sowie die Menge, die im brutlosen Zustand und im Volk mit Brut erfolgreich bekämpft werden könnte.
Ergebnis
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Die Bewertung berücksichtigt den Monat der Messung: im Frühjahr und Spätherbst wiegt derselbe Milbenfall schwerer als im Mai und Juni. Die hochgerechnete Milbenzahl bleibt davon unberührt – sie ist ganzjährig der tägliche Fall mal 333.
Milbenfall und Behandlungen an einer Stelle
Zählungen und Varroabehandlungen mit Datum, Präparat und Menge erfasst du direkt am Stand. Das Behandlungsjournal entsteht dabei nebenbei.
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Der Rechenweg geht auf den Imker Kurt Edlinger zurück, der ihn über mehrere Jahre entwickelt hat. Beschrieben ist er unter anderem im Wikipedia-Artikel Varroamilbe.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen den beiden Behandlungszeilen und „davon auf den Bienen“?
Die ersten beiden Zeilen stammen aus Edlingers Verfahren und geben an, wie viele Milben eine Behandlung erfahrungsgemäß erwischt: rund 80 Prozent im brutlosen Zustand, rund 20 Prozent im Volk mit Brut. Es sind feste Anteile, unabhängig vom Zustand deines Volkes.
Die dritte Zeile sagt etwas anderes: wo die Milben gerade sitzen. Im brutfreien Volk sind praktisch alle auf den Bienen und damit erreichbar; solange Brut da ist, steckt der größere Teil in verdeckelten Zellen. Diese Zeile richtet sich nach deiner Angabe zum Brutzustand und ergänzt die Prognose, ohne sie zu verändern.
Woher stammen die Schwellen und der Faktor 333?
Aus dem Verfahren von Edlinger selbst, das über fünf Jahre entwickelt wurde – dabei wurden viele tausend Brutzellen geöffnet und ausgezählt. Der Rechner bildet es unverändert ab: täglicher Milbenfall mal 333 ergibt die Milbenzahl im Volk, gewichtet mit einem Monatsfaktor zwischen 0,9 im Juni und 1,8 im Dezember.
Das ist ein eigenständiges Verfahren und deckt sich nicht überall mit den Schadschwellen der Bieneninstitute. Die gängigen Empfehlungen nennen im Mai und Juni rund eine Milbe je Tag als Grenze, im Juli und August je nach Quelle fünf bis zehn. Wer im Frühsommer misst, sollte das im Hinterkopf behalten und im Zweifel der strengeren Zahl folgen.
Warum zählt der Monat der Messung mit?
Derselbe Milbenfall bedeutet je nach Jahreszeit etwas anderes. Im Frühjahr und Spätherbst wiegt er schwerer als im Mai und Juni, wenn das Volk am stärksten ist. Die angezeigte Milbenzahl bleibt dabei gleich – nur die Bewertung verschiebt sich.
Was heißt „behandelbar im brutlosen Volk“?
Solange Brut da ist, sitzt der größte Teil der Milben in verdeckelten Zellen und ist vor jeder Behandlung geschützt. Im brutfreien Volk sitzen sie auf den Bienen und sind erreichbar. Der Indikator rechnet dafür mit festen Anteilen: rund 80 Prozent im brutlosen Zustand, rund 20 Prozent im Volk mit Brut. Genau darauf beruht die Restentmilbung im Winter.
Ab wann muss ich gegen Varroa behandeln?
Der Indikator zeigt drei Stufen: bis etwa 900 bewertete Milben ist nichts nötig, darüber solltest du beobachten, ab rund 1.100 unbedingt behandeln. Bewertet heißt: die hochgerechnete Zahl, gewichtet mit dem Monat der Messung.