von Marcel Gläser | 26.03.2018

Vorbereitungen für die eigene Imkerei und wie zeitaufwendig sind Bienen?

Was muss ich alles erledigen bevor ich mit der Imkerei anfangen darf? Für was brauche ich einen Imkerverein? Bienenvölker melden beim Veterinäramt? Wieviele Bienenvölker sollten es am Anfang sein? Wieviel Zeit wird pro Woche und Bienenvolk benötigt? Hier gibt es für dich die Antworten.

imkerfragen.png

Die Zahl derer, die sich für die Bienenhaltung als Hobby interessieren, ist in den letzten Jahren ständig gestiegen. Das ist kein Wunder, denn das Imkern ist ein sehr interessantes und vielseitiges Hobby. Es macht Spaß, sich mit den außergewöhnlichen und immer noch geheimnisvollen Insekten zu befassen und ihr Leben zu beobachten. Außerdem bist du in der Natur, kannst den leckeren Honig essen und sogar noch etwas mit dem Verkauf verdienen.

Aber natürlich haben Naturfreunde, die sich für die Imkerei interessieren, schon zu Beginn ein paar wichtige Fragen: Kann jeder Mensch Imker werden? Was muss ich alles erledigen, bevor ich mit der Imkerei starte? Muss ich die Hobby-Bienenhaltung anmelden? Ist eine spezielle Versicherung notwendig? Was brauche ich an Erstausrüstung für das neue Hobby und wieviel kostet mich die Anschaffung? Wieviel Zeit muss ich investieren? Wo bekomme ich meinen ersten Bienenvölker her? An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen habe?

Gleich zur ersten Frage. Im Prinzip kann jeder Mensch Bienen halten, wenn er nicht gegen Bienengift allergisch ist und keine Angst von den kleinen Krabblern hat. Du solltest dazu aber ein geeignetes Grundstück zum Beispiel einen Garten, ein Stück Wald oder Feld haben oder als Mieter oder Pächter die Erlaubnis des Grundstückseigentümers einholen. Es schadet auch nicht, wenn du mit den Nachbarn im Vorfeld über Deine Pläne sprichst, schon des guten Nachbarschaftsverhältnis wegen. Ihre Zustimmung ist aber rechtlich nicht notwendig. Außerdem stellen Bienen auch keine Gefahr für die Allgemeinheit dar und stören auch weder bei der Arbeit noch bei den Freizeitvergnügungen oder bei Mahlzeiten im Freien. Aber etwas Platz brauchen sie schon und als Mindestgröße für ein Imkergrundstück gelten etwa 200 Quadratmeter Fläche. Außerdem solltest du die Bienenstöcke natürlich nicht den Nachbarn direkt vor die Nase setzen und von der Grundstücksgrenze oder der nachbarlichen Terrasse etwas Abstand halten.

Natürlich gibt es in Deutschland auch für den Hobby-Imker ein paar bürokratische Dinge zu erledigen, bevor er richtig loslegen kann. Sie können sich zwar von Bundesland zu Bundesland geringfügig unterscheiden, aber an drei Dinge musst du als Neu-Imker denken: 1. an die Haftpflicht-Versicherung, 2. an das zuständige Veterinäramt und 3. an die Tierseuchenkasse. Die Haftpflichtversicherung ist für Hobby-Imker keine Pflichtversicherung. Sie macht aber Sinn, um das Haltungsrisiko abzusichern. Es kann sonst teuer werden, wenn Deine Bienen einen Spaziergänger, Autofahrer, Reiter etc. gestochen haben sollen. Bei den meisten Privathaftpflicht-Versicherungen ist das Risiko Bienenschäden kostenlos mitversichert. du solltest dich aber bei Deiner Versicherung erkundigen. Das zuständige Veterinäramt muss wissen, wo Bienenvölker stehen, weil im Seuchenfall die Besitzer möglichst schnell ermittelbar sein müssen. Und über die Tierseuchenkasse wirst du bei auftretenden Seuchen mit Tierverlusten entschädigt. Die für dich zuständigen Behörden erfährst du bei der Stadt-oder Gemeindeverwaltung.

Die meisten Menschen, die Hobby-Imker werden wollen, sind schon mehr oder weniger intensiv mit der Imkerei in Berührung gekommen. Meist gibt es in der Familie, im Freundeskreis, unter Kollegen oder in der Nachbarschaft einen Imker der sich auskennt. Ihn solltest du einfach über die Schulter schauen und ihn mit Deinen Fragen "löchern". Aber natürlich gibt es auch entsprechende Fachliteratur und Foren im Internet. Ganz wichtig ist auch der Deutsche Imkerbund e.V und seine Mitgliedsverbände. Im örtlichen Imkerverein bekommst du ganz bestimmt von den "alten Hasen" jede gewünschte Unterstützung und auch die Möglichkeit, Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen. Die sind sehr wichtig, um im neuen Hobby Spaß und Erfolg zu haben. Sogar Imker-Patenschaften werden oft angeboten. Darüber hinaus bekommst du wahrscheinlich auch über den Verein Dein erstes Bienenvolk und möglicherweise sogar Teile der Ausrüstung geschenkt oder sehr günstig zu kaufen. Zumindest kannst du dir Zubehör am Anfang auch mal ausleihen. Bienenvölker werden außerdem auch häufig bei Ebay oder in regionalen Zeitungen zum Kauf angeboten.

Als Erstausstattung brauchst du logischerweise ein Bienenvolk oder besser gleich zwei oder drei. Bei einem einzigen Volk besteht nämlich die Gefahr, dass es den ersten Winter nicht übersteht. Dazu kommt spezielle Imkerkleidung (besonders wichtig sind Bluse mit Haube und Handschuhe), Imkergerätschaften (wie zum Beispiel Schleuder, Smoker, Stockbesen, Kratzer) und natürlich die Bienenstöcke-oder Bienenkästen. Die Anschaffungskosten können recht unterschiedlich sein, liegen aber bei 2 bis 3 Stöcken auf alle Fälle unter 1000 Euro. Sinnvoll ist es, sich für den Anfang Imker-Utensilien auszuleihen oder gebraucht zu kaufen, um die Einstiegskosten zu minimieren. Auf der anderen Seite kannst du mit der Hobby-Imkerei im Laufe der Zeit auch ein paar Euro verdienen, wenn du nicht nur Honig für dich selbst erntest. Allerdings ist das nur ein Taschengeld. Ein Imker, der von seiner Arbeit leben will, braucht viele Völker.

Wieviel Zeit ein Freizeit-Imker für sein Hobby aufwenden muss, lässt sich pauschal nur sehr schwer schätzen. Im Grunde ist der unbedingt notwendige Zeitaufwand nicht sehr groß. Am meisten Zeit wirst du am Anfang aufbringen müssen, wenn du noch wenig über die Bienen weißt und alle Handgriffe erst lernen musst. Hast du schon ausreichend Erfahrungen gesammelt und die notwendigen Handgriffe schon oft ausgeführt, dann geht alles recht schnell. In der Praxis ist es aber sehr häufig so, dass viele Hobby-Imker sehr viel mehr Zeit mit ihren Bienen verbringen, als vielleicht nötig wäre. Es macht ihnen einfach Spaß, die Tierchen regelmäßig zu beobachten, zu studieren und um zu schauen, ob es ihnen gut geht. Am meisten zu tun hast du natürlich von April bis August, in der "Bienensaison" und bei der Honigernte. Und was macht ein Imker im Winter. Ganz einfach, dann liest er Fachliteratur, bildet sich weiter. Außerdem bastelt er an der Einrichtung der Bienenstöcke und muss unter Umständen auch Bienenschädlinge bekämpfen. Und seine wichtigste Beschäftigung im Winter besteht sicher darin, auf das Frühjahr zu warten, wenn endlich die nächste Bienensaison startet.

Weitere Antworten auf Imkerfragen gibt es im zweiten Artikel zum #frageiBeekeeper: Grundausstattung für Imker

0 Kommentare

Keine Kommentare verfügbar

Kommentar verfassen

Melde dich jetzt kostenlos für die Imkereiverwaltung an!